Ein 3D-Foto ermöglicht dem Betrachter ein räumliches Hineinsehen in ein Foto.
Die technische Spezifikation für ein 3D-Bild ist in DIN 19040/Teil 8 genormt. Es heißt dort: "Das 3D-Bild ist der Sammelbegriff für ein Bild, das bei beidäugiger Betrachtung echte Tiefenwahrnehmung und damit räumliche Wirkung vermittelt".
Für ein "3D-Foto" müssen also zwei Bilder im Augenabstand aufgenommen werden - ein Bild für das linke, eines für das rechte Auge - entweder mit einer Stereokamera mit zwei Objektiven oder mit zwei getrennten Kameras. Im letzten Fall müssen beide Kameras exakt vertikal justiert werden und das Auslösen beider Kameras muss gleichzeitig erfolgen, sonst ist kein, oder nur ein eingeschränkter räumlicher Eindruck möglich. (Es würden "Geisterschatten" entstehen, wenn auf dem einen Bild an einer Stelle etwas ist, dass durch Bewegung auf dem anderen nicht ist. An der Stelle kann das Gehirn keinen räumlich Eindruck berechnen.)
Für Kameras mit nur einem Objektiv gibt es Vorsatzgeräte, die das gleichzeitige Aufnehmen zweier Halbbilder im Hochformat ermöglichen, vorzugsweise auf 24x36-Diapositiv-Film. Zu Ansehen dieser Dias gibt es ebenfalls entsprechende Betrachtungsgeräte.
Technik
Zum Ansehen eines 3D-Fotos ist das Betrachten auf Papierbild mit zwei einzelnen Fotos, die Projektion als Diapositiv oder die Belichtung mehrere Bilder, die zusammen ein 3D-Foto ergeben, auf Fotopapier mit einem besonderen Verfahren möglich. Im Computerzeitalter ist aber zusätzlich auch das Ansehen auf einem normalen Monitor vorhanden.
- Soll das Bild als Diapositiv auf einer Leinwand in "3D" angesehen werden, müssen bei der Projektion beide Bilder auf der Leinwand übereinander projiziert, aber jedem Auge getrennt zugeführt werden, sonst kann das Gehirn keinen räumlichen Eindruck "errechnen". Dazu kann entweder ein spezieller 3D-Projektor mit zwei Objektiven verwendet werden, oder zwei einzelne Projektoren, die genau ausgerichtet werden müssen.
Für die Bildtrennung verwendet man Polarisationsfilter. Polarisationsfilter lassen Licht nur in einer Wellenrichtung durch. Die beiden Projektor-Objektive mit dem linken und rechten Bild bekommen um 90° gedrehte Polarisationsfilter vorgehängt, der Betrachter trägt eine in der gleichen Weise ausgestattte Polarisationsbrille. Dadurch sieht jedes Auge nur sein Bild und das Gehirn ist in der Lage der räumlichen Eindruck zu errechnen. Es muss eine metallisierte Leinwand verwendet werden, damit das polarisierte Licht zurückgestrahlt wird.
- Soll das 3D-Bild, aus mehreren Einzelaufnahmen zusammengesetzt, auf normalen Fotopapier räumlich angesehen werden können, muss die Hilfe eine Speziallabors in Anspruch genommen werden. Die Einzelbilder werden in schmalen Streifen auf den Bildträger belichtet und über das Gesamtbild wird eine "Linsenrasterfolie" aufgetragen, die das Ansehen aus verschiedenen Blickwinkeln ermöglicht. Je mehr Bilder für diese Rasterfolie zur Verfügung stehen, desto weniger "springt" der Blickwinkel beim Bewegen des Bildes. Für dieses Verfahren wurde von der Firma "Nimslo" eine spezielle 3D-Kamera (http://home.att.net/~drt-3d/catalog/books/Nimslo.htm) (Link auf Englisch) entwickelt, die sogar 4 Fotos gleichzeitig auf 35mm-Film aufnehmen kann. Seit den 1970er-Jahren gibt es Postkartenserien (und vereinzelt auch großformatige Bilder), die dieses Verfahren anwenden.
- Zum Ansehen auf einem Computermonitor müssen die beiden getrennten Bilder zuvor in ein 3D-Bild umgewandelt werden. Hierfür gibt es spezielle Software, zum Beispiel "3D Foto Studio". Das Bild kann in rot/grün (blau/grün) für eine (na ja) schwarz-weiß Ansicht berechnet werden, oder als rot/grün-Farbbild, das heißt, in dem Farbbild sind die rot/grünen Konturen des rechten und linken Bildes zu sehen (da gibt es dann aber Probleme, wenn in dem Foto rote oder grüne Motive vorkommen). Besitzer einer "Shutterbrille" können sich Bilder auch dafür berechnen lassen (das Ansehen funktioniert aber nur auf einem Monitor mit Bildröhre, nicht auf TFT-Monitoren).
- Zum Ansehen zweier Diapositive, die zusammen ein 3D-Foto ergeben, von einer einzelnen Person, reichen auch zwei einfache Dia-"Guckis" aus, in denen das linke und rechte Bild ohne weiteren technischen Aufwand betrachtet werden können.
- Zum Ansehen von zwei Papierfotos, die zusammen ein 3D-Foto ergeben, gibt es ebenfalls spezielle Betrachtungsgeräte, so genannte "Stereoskope" (Bild (http://www.stereoskopie.com/Stereobetrachter/Zeiss_Universal-Stereoskop/body_zeiss_universal-stereoskop.html)). Zum Einsatz kommen solche Fotos heutzutage immer noch in der Luftbildauswertung. In alten Zeiten (ab 1860) waren solche 3D-Papierbilder die "Weltreise des kleinen Mannes" und es konnten ganze Serien von 3D-Fotos aus allen Gegenden der Welt erworben werde (Bild (http://www.stereoskopie.com/Stereobetrachter/Taschen-Stereoskop/Jugendstil_Stereoskop/body_jugendstil_stereoskop.html)).
Für ganz "Eilige"
Wer ohne spezielle 3D-Umwandlungssoftware auf einem Monitor räumliche Bilder betrachten will, sollte gut schielen können. Mit einem normalen Grafikprogramm (z.B. PaintShop Pro) werden beide Bilder nebeneinander zu einem Foto zusammengesetzt. Wenn dann das neue Bild schielend angesehen wird, entsteht in der Mitte zwischen den beiden Fotos ein "virtuelles" drittes Bild, das den gewünschten räumlichen Eindruck beinhaltet. Wenn's nicht klappt, sind wahrscheinlich das linke und rechte Bild vertauscht - also noch einmal neu zusammensetzen. Das "Schielen" braucht jedoch etwas Übung...
3D-Foto-Beispiele
Siehe auch
Literatur
- Leo. H. Bräutigam: Stereofotografie mit der Kleinbildkamera. Eine praxisorientierte Einführung. Wittig Fachbuchverlag, 1996, 89 Seiten, ISBN 3-93-035931-6
Weblinks
Dieser
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