Abblendhebel

Ein Abblendhebel (auch Abblendtaste) ist Bestandteil guter einäugiger Spiegelreflexkameras. Dieser dient zur visuellen Kontrolle des Schärfebereichs (auch Schärfentiefe oder Tiefenschärfe genannt) bei der Aufnahme. Drückt man den Abblendhebel, so schließt sich die Fotografische Blende am Objektiv auf den eingestellten Wert und das Sucherbild wird dunkler. Die Kamera stellt von der hellen "Einstellblende" auf die Arbeitsblende um, mit der die Aufnahme tatsächlich fotografiert wird. Gleichzeitig wird der als scharf wahrgenommene Bereich vor und hinter dem fokussierten Objekt erkennbar.

Je kleiner die an einer Kamera eingestellte Blendenöffnung, desto stärker dehnt sich der Schärfebereich vor und hinter der Ebene aus, auf die fokussiert (scharf gestellt) wurde. Analog dazu ist bei großer Blendenöffnung der Schärfebereich geringer.

Dieser Effekt basiert auf der Tatsache, dass der Zerstreuungskreisdurchmesser in diesen Bildbereichen als "scharf" wahrgenommen wird. Wirklich punktscharf werden nur Bildpunkte abgebildet, die in der Ebene des Fokus liegen.

Eine vielfach zitierte Faustregel besagt, dass die Ausdehnung des als noch scharf wahrgenommenen Bereichs einem Verhältnis von 2 Teilen hinter dem fokussierten Objekt und einem Teil davor entspräche.
Diese Annahme ist jedoch falsch; vielmehr entspricht das Verhältnis des noch scharf wahrgenommenen Bereichs vor dem fokussierten Objekt zum scharf wahrgenommenen Bereich hinter dem fokussierten Objekt dem Verhältnis von Nah- zu Fernpunkt. Siehe hierzu auch Ein Blick auf die Schärfentiefe (http://www.traxel.de/foto/drf/schaerfentiefe.pdf).

Da die Blendenzahl das Verhältnis von Brennweite zu Blendenöffnung wiedergibt, verhält sie sich umgekehrt proportional zur Größe der Blendenöffnung. Das heißt: Je kleiner die Blendenöffnung, desto größer die Blendenzahl:

 Blendenöffnung:  <-- groß ------------------- klein -->
 Blendenskala:    2,8 ; 4 ; 5,6 ;  8 ; 11 ; 16 ; 22 ; 32

Siehe auch



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