Agfa

Die Agfa AG (heute Tochter der belgischen Agfa-Gevaert N.V. mit Sitz in Belgien) ist ein Unternehmen aus der Fotowirtschaft; das Börsenkürzel lautet AGE, die ISIN ist BE0003755692.

Agfa war über Jahrzehnte einer der größten europäischen Hersteller von fotografischen Filmen und Laborausrüstungen nach den weltweit führenden Konkurrenten Kodak und Fujifilm, verkaufte Mitte 2004 jedoch den gesamten Geschäftsbereich Fotografie, welcher nun unter AgfaPhoto GmbH selbständig ist.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmens- und Produktgeschichte

Agfa wurde 1867 durch die Chemiker Paul Mendelssohn-Bartholdy und Carl Alexander von Martius in Rummelsburg bei Berlin als ActienGesellchaft für Anilin-Fabrikation, kurz AGFA, gegründet; es handelte sich dabei also ursprünglich um eine Chemiefabrik.

1899 begann Agfa mit der Fertigung von fotografischen Filmen auf Zelluloidbasis, der ursprünglich von Hannibal Goodwin für Edison 1897 entwickelt und patentiert worden war.

Ab 1904 stellte Agfa auch Blitzbeutel zum Selbstfüllen her sowie ab 1907 Blitzlampen (Agfa Blitzlampe I). 1908 führte Agfa den Sicherheitsfilm ein, bei dem die leicht entflammbare Zellulose, ein Nebenprodukt der Schießbaumwolle, durch die schwer entflammbare Acetatcellulose ersetzt wurde.

Die 1909 von Agfa erbaute Filmfabrik in Wolfen ging später in der DDR als ORWO in die Geschichte ein; es handelte sich damals um die größte Filmfabrik Europas.

1916 stellte Agfa die erste Farbenplatte nach dem Kornrasterverfahren vor; dabei werden Harzpartikel als Lichtfilter verwendet.

1925 war die damalige Actiengesellschaft für Anilinfabrikation Berlin – neben BASF und Bayer (sog. Dreibund) – an der Gründung der IG Farbenindustrie AG beteiligt.

Einen weiteren Meilenstein in der Unternehmensgeschichte bildet die erfolgreiche Rollfilmkamera Billy im Jahr 1928. Ein weiterer Kamera-Beststeller folgt 1932 mit der Preis-Box; in demselben Jahr stellte Agfa auch den ersten Agfacolor Linienrasterfilm vor.

Weitere Verbesserungen in der Farbfotografie ermöglichte das 1941 vorgestellte Colorpapier auf chromogener Entwicklungsbasis. Ebenfalls 1941 kam der auf Agfacolor-Film gedrehte Spielfilm Frauen sind doch bessere Diplomaten in die Kinos; es handelte sich dabei um den ersten Spielfilm der Welt nach dem farbigen Positiv-Negativ-Verfahren.

Nach Kriegsende begann Agfa, wie auch die BASF, mit der Herstellung von Studiobändern und Magnetfilm (1949); die Magnetbandproduktion wurde 1991 an die BASF verkauft. 1952 wurde die Agfa AG in Leverkusen als 100-prozentige Tochter der Bayer AG neu gegründet.

1956 brachte Agfa mit der Automatik die erste vollautomatische Kamera heraus und stellte mit dem Labomat K die erste Entwicklungsmaschine für Colorpapier vor.

1963 schlossen sich die Unternehmen Agfa AG und Gevaert Photo-Producten N. V. zur Agfa-Gevaert-Gruppe zusammen. 1981 übernahm Bayer die Gruppe zu 100 Prozent und führte sie 1999 an die Börse; seitdem ist die Agfa-Gevaert AG, Leverkusen, eine Tochtergesellschaft der Agfa-Gevaert N. V., Mortsel, Belgien; Großaktionäre sind die Bayer AG (30%) und die Gevaert N.V. (25%).

Der Netto-Umsatz von Agfa lag 2000 bei 5,260 Mio. Euro.

Im August 2004 trennt sich Agfa von der Film- und Fotopapierproduktion. Dieser Geschäftsbereich wurde für 175 Mio € an eine Investmentgesellschaft verkauft. Der Produktname AgfaPhoto darf von der neuen Gesellschaft auf unbeschränkte Zeit verwendet werden, die ab dem 1. November 2004 als eigenständige AgfaPhoto GmbH firmiert.

Mitbewerber

Siehe auch

Literatur



en:Agfa ja:????·???? nl:Agfa-Gevaert


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