Aura (Benjamin)

Als Aura bezeichnet Walter Benjamin die besondere, einem Kunstwerk und einer lebendigen Person eigene Ausstrahlung, die er in Gegensatz zur Spur definiert:

"Die Aura ist [die] Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft" [...] "was im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit des Kunstwerks verkümmert, das ist seine Aura" (Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit).
"Die Spur ist [die] Erscheinung einer Nähe, so fern das sein mag, was sie hinterließ" (Das Passagenwerk: Der Flaneur).

Die Opposition zwischen Spur und Aura bildet den Schlüssel zum Verständnis des Aura-Begriffs (vgl. Mersch 2002: 90 Fn. 66).

Die Aura einer lebendigen Person läßt sich nach Bejamin weder im Film noch in der Fotografie aufzeichnen ("Es gibt kein Abbild von ihr"), da sie an sein Hier und Jetzt gebunden" ist (Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit).

Der Kerngedanke des Auratischen ist die Rekonstruktion der ästhetischen Wirksamkeit in der Aura.

Ähnliche Konzepte finden sich in den ästhetischen Theorien von Hegel ("Scheinen") und Adorno ("das Magische"):

"Was hier Aura heißt, ist der künstlerischen Erfahrung vertraut unter dem Namern der Atmosphäre des Kunstwerkes als dessen, wodurch der Zusammenhang seiner Momente über diese hinausweist, und jedes einzelne Moment über sich hinausweisen läßt" (Adorno, Ästhetische Theorie, S. 408).

Literatur

Siehe auch



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