Als Auslöseverzögerung bezeichnet man in der Fotografie die Zeitspanne die zwischen Drücken des Auslösers und tatsächlicher Bildaufzeichnung verstreicht.
Während fast alle analogen Kameras eine kaum wahrnehmbare Auslöseverzögerung oder sogar eine Spiegelvorauslösung bieten, benötigt eine Digitalkamera kostbare Sekundenbruchteile, um mit der Aufnahme zu beginnen. Eine möglichst geringe Auslöseverzögerung ist daher ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Digitalkameras.
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Die Auslöseverzögerung ist ein konstruktionsbedingtes Merkmal, das bei digitalen Fotoapparaten mit der internen Signalverarbeitung und der Fokussiergeschwindigkeit des Autofokus zusammenhängt; der Schärfepunkt wird bei einem Video-AF in der Regel mit Hilfe des CCD-Sensors ermittelt, der durch die Kameraelektronik laufend ausgewertet wird; daher kann das Abschalten von Kamerafunktionen wie Weißabgleich oder Display den Prozessor entlasten und zu einer Verringerung der Auslöseverzögerung führen.
Auch bei Kleinbildspiegelreflexkameras gibt es eine Auslöseverzögerung, die sich jedoch in der Regel im Bereich weniger Millisekunden und damit einer ganz anderen, viel unauffälligeren Dimension bewegt. Abhilfe schafft hier unter Umständen eine Spiegelvorauslösung, wie sie einige hochwertige Kameras wie die Minolta Dynax 9 bieten. Diese Funktion ist eigentlich dafür gedacht, eventuelle Auswirkungen der Erschütterungen des Spiegelrückschlags bei Präzisionsfotografien zu verhindern, kann jedoch auch die Auslöseverzögerung geringfügig verringern.
Bei Consumer- und einigen Prosumer-Modellen ist unter praktischen Bedingungen auch heute noch mit Auslöseverzögerungen im Bereich von einer Sekunde zu rechnen. Eine Ausnahme bilden aktuelle digitale Spiegelreflexkameras, die mittlerweile annähernd verzögerungsfrei auslösen können (Stand: 2004).
Ausnahme: Es gibt inzwischen eine kompakte Digitalkamera mit einer gesamten Auslöseverzögerung von weniger als 0,1 Sekunden, die Ricoh R1. Sogar in der Dämmerung hat diese Kamera keine Probleme.
Angaben über die Auslöseverzögerung fehlen meist in den Datenblättern der Kamerahersteller vollkommen; realistische Angaben finden sich in der Regel nur in unabhängigen Testberichten. Inzwischen geben einige Hersteller diese Daten bekannt, sie täuschen aber den Benutzer, da immer die Auslöseverzögerung nach der Fokussierung gemeint ist, diese ist aber mit wenigen Ausnahmen nie das Problem. Nur Ricoh gibt beispielsweise die gesamte Auslöseverzögerung an, die inzwischen bei normalen Verhältnisse bei weniger als 0,1 Sekunden liegt, die schnellste nicht Ricoh Kamera liegt bei 0.32, das heisst immernoch 3 mal langsamer. Erstaunlich ist eigentlich die renommierten Marken diesen Wert nicht erreichen.
Sinnvolle Aussagen darüber, ob die Auslösungsverzögerung einer Kamera für die Arbeitsweise eines bestimmten Fotografen hinreichend kurz ist, werden sich letztlich jedoch immer nur in einem Praxistest unter realistischen Bedingungen machen lassen.
Die Auslöseverzögerung von Digitalkameras stört das spontane Schnappschuss-Fotografieren oder macht es gänzlich unmöglich. Folgende Lösungsansätze können versucht werden:
Grundsätzlich gilt, dass das Fotografieren mit Kameras mit einer subjektiv deutlich wahrnehmbaren Auslöseverzögerung entweder in ein Glücksspiel oder eine Materialschlacht ausartet; gelungene Aufnahmen werden häufig zum kaum kalkulierbaren Zufallstreffer. Daher ist eine alte analoge Kamera mit Winder oder Kameramotor bei bewegungsreichen Motiven oftmals einer teuren, hochmodernen Digitalkamera vorzuziehen.