Blitzlichtfotografie

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Blitzlichttechnik

Blitzlicht kann besser sein als sein Ruf. Mit TTL-Blitzmessung, kurzer Lichtdauer, Aufhellblitz und Mischlichteffekten sind optimale Fotos möglich. Die Verschlusszeit steuert den Anteil des vorhandenen Lichtes, die Blende regelt die Blitzentfernung (mit TTL-Blitzmessung bei Makroaufnahmen sind wenige cm möglich). Die Blitzhelligkeit wird durch den Abstand zwischen Blitzgerät und Objekt bestimmt. Bei indirektem Blitz sollte die Reflexionsfläche gleichweit von Blitz und Objekt entfernt sein. Beim Blitzen ist auch der Bildwinkel bzw. die Objektivbrennweite und der Leuchtwinkel zu beachten.

Ein bekanntes Problem sind häufig "rote Augen" auf mit Blitz aufgenommenen Bildern. Das Problem tritt umso eher auf, je geringer der Abstand zwischen Blitzlampe und der optischen Achse des Objektives ist (d.h. insbsondere bei kleinen Fotoapparaten mit eingebautem Blitz). Solche Apparate bieten häufig die Möglichkeit, durch einen zu- oder abschaltbaren Vorblitz zu erreichen, dass sich die Pupille des Auges möglichst weit schließt und so die roten Augen reduziert werden.

Blitz Methoden

  1. Blitz auf den 1. Vorhang: Normaler Blitz zu Beginn der Aufnahme
  2. Blitz auf den 2. Vorhang: Verzögerter Blitz am Ende der Aufnahme
  3. Langsam- oder Slow-Blitz: verwendet lange Belichtungszeiten, um Wischeffekte zu erreichen
  4. Stroboskop-Blitz: besteht aus mehreren Einzelblitzen innerhalb einer Aufnahme
  5. Streifenblitz: erzeugt ein helles Streifenmuster für die Fokussierung bei analogen Kameras
  6. Entfesseltes Blitzen: nutzt getrennte Standorte von Blitz und Fotoapparat zur Bildgestaltung

Leitsätze der Blitzpraxis

Beispiele aus der Praxis

Blitzlicht-Reduktion: durch Blendenvorwahl, Umgebungslicht messen, Verschlußzeit nachführen, Belichtungskorrektur auf -2 (Blitzmenge 1/4), TTL einstellen, auslösen, Zweitaufnahme! Weiter kann das Blitzlicht durch Veränderung der Blenden-Zahl oder der ASA-Zahl am Blitzgerät selber gesteuert werden! Mißtrauen Sie auch der sog. TTL-Blitzmessung. Nach meiner Erfahrung führt auch sie zu Überstrahlung des Vordergrundes, besonders, wenn z.B. die Person weniger als die Hälfte der Bildfläche einnimmt. Blitzreduktion ist auch wichtig, um z.B. die Hauttöne einer Person nicht auszubleichen oder den sog. Kulisseneffekt zu vermeiden, wenn Personen angeblitzt werden und die Umgebung im Dunkeln versinkt. Bewährt haben sich Blitzlicht-Vorsätze, einfache Taschentücher, Streuscheiben oder die Manipulation an der Blendenzahl und ASA-Einstellung entweder an der Kamera oder dem Blitzgerät (Manuellbetrieb).

Bei vielen Fotojournalisten hat sich die Kombination von Langzeitbelichtung (bei 1/15 oder 1/8s) und Aufhellblitz durchgesetzt. So bleibt die Lichtstimmung erhalten, obwohl das Hauptmotiv im Vordergrund aufgehellt wird. Zudem bekommt das Bild Dynamik durch die Kombination von (Blitz-) Schärfe und Bewegungsunschärfe. Bei der Blitzaufhellung sind die kürzestmöglichen Synchronzeiten wichtig, damit man auch bei Sonnenschein Porträts unter schattigen Bäumen fotografieren kann. Die 1/125 s erweist sich hier als geeigneter Standard; besser ist noch 1/250s! Das Aufhellblitzen funktioniert auch dann, wenn man im available light auf Motivsuche geht.

Mit Hilfe des Langzeitblitzprogramms lassen sich die Kontraste vermindern, indem die Helligkeit des hell erleuchteten Vordergrunds (Blitzlicht) und des vom Kunstlicht beleuchteten Hintergrunds so ausgeglichen wird, dass eine dem Augeneindruck entsprechende Bildwirkung erzielt wird. Sehr interessant ist die Vermischung von restlichem Tageslicht, dem Blitzanteil und der Kunstlichtstimmung. Für längere Belichtungen verwendet man das Stativ - oder man arbeitet mit Bewegungsunschärfen, läßt also das konturenscharfe Blitzbild vor dem verschwommenen Hintergrund erscheinen. Wichtig ist die Tatsache, dass über die Blende der Blitz und über die Verschlußzeit das Umgebungslicht gesteuert wird.

Literatur




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