Druckraster

Der Einsatz eines Druckrasters ist ein Verfahren der Druckvorstufe innerhalb der Drucktechnik.

Druckmaschinen haben zumeist eine bestimmte, sehr begrenzte Auswahl von Farben, die sie ausschließlich rein drucken können. Die meisten Druckverfahren können somit keine Halbtöne darstellen (abgesehen beispielsweise vom tiefenvariablen oder flächentiefenvariablen Tiefdruck und NIP-Verfahren). Das Problem ist, dass an einer Stelle entweder ein Farbpunkt gedruckt werden kann oder nicht. Es kann nicht gesteuert werden, ob wenig oder viel Farbe an einem Bildpunkt verdruckt wird. Als Lösung werden Texte, Bilder und Grafiken sofern diese nicht ausschließlich aus den reinen Druckfarben bestehen zur Darstellung verschiedener Graustufen oder Farbtöne gerastert. Um Mischungen zwischen den Druckfarben oder verschiedene Helligkeiten dieser darstellen zu können, werden dabei sehr feine Druckpunkte der Farben miteinander zusammen gedruckt, um den gewünschten resultierenden Farbeindruck zu erzielen.

Beim Rastern werden Bilddaten in spezifizierte Druckdaten umgesetzt. Dabei werden aus Halbtonvorlagen binäre Informationen (drucken/nicht drucken) errechnet. Der Eindruck von Farbtonwerten und Graustufen wird durch eine geeignete Anordnung von Volltonpunkten (Rasterpunkten) erreicht.


Je nach technischen Gegebenheiten ist es möglich bzw. notwendig, verschiedene Arten der Rasterung anzuwenden.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zum Druckraster

Rasterpunkt, Rasterzelle und Rasterweite

Die Rasterweite ist der Abstand der einzelnen Rasterzellen. Daraus errechnet sich die Rasterfrequenz als Kehrwert der Rasterweite. Die Anzahl der Rasterzellen pro Streckeneinheit wird in Linien pro Zentimeter oder Linien pro Zoll (lines per inch, lpi) angegeben.

Ein gängiger Wert im Offsetdruck sind 60 Linien/cm (etwa 150 lpi) und im Zeitungsdruck 28 Linien/cm.

Bei der Belichtung werden die einzelnen Rasterpunkte aus mehreren Laserspots zusammengesetzt.

Da der Größe der Rasterpunkte natürliche Grenzen gesetzt sind, sind kleinste und größte Tonwerte nicht reproduzierbar. Ein weiteres Problem ist das ungewollte Verbinden von nebeneinander liegenden Rasterpunkten (Punktschluss), der zu einem sprunghaften Anstieg der Tonwertdichte führen kann.

Rasterwinkel

Periodische Raster sind in einem bestimmten Winkel angeordnet. Bei der Kombination von mehreren Farbauszügen kann es dazu kommen, dass die verschiedenen Raster aufgrund ungünstiger Rasterwinkel Moiré-Effekte erzeugen. Beim Vierfarb-Druck, bei dem zur Darstellung eines Farbbildes mehrere Rasterwinkelungen übereinander gedruckt werden müssen, versucht man diesen Effekt durch verschiedene Winkelungen der Farbauszüge zu kontrollieren (z.B. Gelb=15°, Magenta=30°, Schwarz=45° und Cyan=60°).

Modulation

Grundsätzlich lassen sich amplitudenmodulierte (autotypische Raster) und frequenzmodulierte (stochastische Raster) Verfahren unterscheiden.

Bei der amplitudenmodulierten Rasterung wird zur Erzeugung verschiedener Tonwerte die Größe, bei frequenzmodulierter Rasterung (nichtperiodisches Verfahren 1. Ordnung) die Anzahl der Rasterpunkte pro Rasterzelle variiert.

Zusätzlich ist eine Kombination der beiden Verfahren (nichtperiodisches Verfahren 2. Ordnung) und eine Veränderung der Rasterpunktform (nichtperiodisches Verfahren 3. Ordnung) möglich.


Fehlerdiffusion

Tintenstrahldruckern ist es ebenfalls nicht möglich, Druckpunkte mit verschiedenen Kreisdurchmessern zu erzeugen, sie sind wegen den Eigenschaften ihrer Technologie nur in der Lage, zwar winzigkleine, aber immer gleich große Druckpunkte zu setzen.

Daher ordnen sie auch nicht verschieden große Druckpunkte in einem geordneten Raster an, sondern verteilen gleichgroße Druckpunkte nach dem Zufallsprinzip auf dem zu bedruckenden Medium.

Erzeugung des Rasters

Raster lassen sich mit fotografischen Verfahren (analog) oder elektronisch (digital) erzeugen.

Analoge Verfahren sind die Distanzrasterung mit einer Reprokamera und die Rasterpunktbildung mit einem Kontaktraster.

Die elektronische Rastererzeugung erfolgt mit einem sogenannten Raster Image Processor (RIP). Die Datenübergabe and den RIP erfolgt zumeist als Postscript Datei.

der Postscript-Druckraster

thumb|right|Postscript-Druckraster (mikroskopische Aufnahme) Der heute am weitesten verbreitete Druckraster ist der Postscript-Raster. Bei diesem werden Farbabstufungen einzelner Farben erzeugt, indem die Farbe in ein Raster aus zueinander im rechten Winkel stehenden Zeilen und Linien von Einzelpunkten zerlegt wird. Die gewünschte Helligkeit der Farbe wird dadurch durch den Durchmesser der einzelnen, kreisrunden Druckpunkte bestimmt: Je heller die Einzelfarbe gedruckt werden soll, desto kleiner ist der Durchmesser des betreffenden Druckpunktes.

Beim üblichen Vierfarbdruck werden die Raster der einzelnen Farben in einem Winkel von 22,5° übereinandergedruckt.

Der Postscript-Druckraster ist der gängige Druckraster schlechthin. Er wird von fast allen Druckmaschinen sowie auch von Laserdruckern eingesetzt.


Bilder zur Illustration werden diesem Artikel in absehbarer Zeit zugefügt werden.



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