Fixfokus-Objektiv

Fixfokus-Objektive haben einen fixierten Fokus, mit anderen Worten: eine feste Entfernungseinstellung, die nicht verändert werden kann. Die Entfernung ist üblicherweise auf etwa 3 m eingestellt. Bei einer kleinen Objektivöffnung (Blende) und einer eher kurzen Brennweite, die neben einem Weitwinkeleffekt auch für größere Schärfentiefe sorgt, wird alles zwischen etwa 1,5 m und Unendlich mehr oder weniger scharf abgebildet.

"Scharf" ist hier relativ zu sehen, und meint, dass eine bestimmte Unschärfe (typischerweise ein Zerstreuungskreis von 1/30 mm auf dem Film) nicht überschritten wird.

Solcherart entstandene Aufnahmen eignen sich nicht für stärkere Vergrößerungen, schon 13 x 18 cm große Abzüge wirken im Vergleich leicht unscharf. Dies mag auch an der generellen optischen Qualität solcher Objektive liegen, von der man nicht viel erwarten darf. Optimale Scharfeinstellung, d.h. ein Objektiv, das eine - manuelle oder automatische - Scharfeinstellung erlaubt, ist für gute Schärfe unerlässlich.

Der einzige Grund, warum es Fixfokus-Objektive gibt, ist ihr Preis: Sie sind unschlagbar billig und werden daher in entsprechenden Kameras verbaut. Manchmal bestehen Fixokus-Objektive aus nur einer Linse, wie z.B. bei den Boxkameras, es gibt aber auch 2- oder 3-Linsen Konstruktionen.

Billige Video-Kameras für Überwachungszwecke und Web-Cams sind typischerweise mit einem Fixfokus-Objektiv ausgestattet. Ebenso werden diese Objektive bei billigen Digitalkameras mit Festbrennweite eingesetzt.

Die Werbeaussage "Keine Scharfeinstellung notwendig" bei einer preisgünstigen Kamera muss also nicht bedeuten, dass die Kamera über eine automatische Scharfeinstellung (Autofokus) verfügt. Es kann auch bedeuten, dass die Kamera nicht automatisch scharfstellt und der Benutzer es auch nicht von Hand tun kann, weil ein Fixfokus-Objektiv eingebaut wurde.

Bei Ansprüchen an Schärfe sind Kameras mit Fixfokus-Objektiven deshalb nicht zu empfehlen.

siehe auch: Wechselobjektiv, Superfokus



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