Fokussierung

Fokussierung (von fokussieren, "scharf stellen", "bündeln"; abgeleitet von lat. focus, "Opferstelle"; "Heim") bedeutet, den Mittelpunkt seines Interesses auf ein Objekt einzustellen.

In der Fotografie wird darunter die Entfernungseinstellung, d.h. das Scharfstellen verstanden, was die Notwendigkeit bezeichnet, bei einer fotografischen Aufnahme den Abstand des Objektivs vom Film an die Entfernung des Motivs von der Kamera anpassen zu müssen, um eine scharfe Aufnahme zu erhalten.

Wenn das Motiv "unendlich" weit entfernt ist, zum Beispiel bei einer Landschaftsaufnahme, ist der notwendige Abstand des Objektivs vom Film gleich der Objektivbrennweite. Bei einer Kleinbildkamera und einem Objektiv mit Normalbrennweite, üblicherweise 50 mm, wird daher das Objektiv 50 mm oder 5 cm vom Film entfernt sein.

Je näher das Motiv zur Kamera rückt, umso weiter muss das Objektiv vom Film weg rücken, damit die vom Motiv kommenden Lichtstrahlen sich auf dem Film in einem Punkt treffen, das Motiv also in der Aufnahme scharf erscheint.

Deshalb hat ein gewöhnliches Objektiv einen Schneckengang, mit dem es "ausgefahren" werden kann, um die richtige Entfernung einzustellen.

Eine Ausnahme bilden Fixfokus-Objektive, die nicht scharfgestellt werden können und aufgrund ihrer Bauart (kurze Brennweite, kleine Objektivöffnung) in einem größeren Entfernungsbereich (ca. 1,5 m bis Unendlich) halbwegs scharfe Aufnahmen liefern sollen. Man findet sie in sehr billigen Fotoapparaten.

Falsche Scharfeinstellung, also falsche Fokussierung, ist die Hauptquelle für unscharfe Aufnahmen. Deshalb gibt es seit den späten 70er Jahren immer mehr und immer erfolgreichere Versuche, Kameras mit automatischer Scharfeinstellung (Autofokus) zu konstruieren, und heute (2004) ist die manuelle Scharfeinstellung im Amateurbereich so gut wie verschwunden.

Seit 1985 gibt es auch Autofokus-Spiegelreflexkameras (wenn man von früheren, letztlich nicht erfolgreichen Versuchen wie der Pentax ME-F aus den frühen 80er Jahren absieht), und auch hier dominieren seit einigen Jahren Autofokus-Modelle den Massenmarkt. In der gehobenen Preisklasse gibt es weiterhin Kameras, die bewusst auf Autofokus verzichten. Das Gleiche gilt für hochpreisige Sucherkameras.

Von einer Innenfokusierung spricht man bei Objektiven, bei denen die Fokusierung nicht zu einer Drehung des vordersten Teils des Objektivs (des Filtergewindes) führt. Dies ist beim Einsatz von Polarisationsfiltern von Bedeutung.



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