Fotografieren

Fotografieren ist die Herstellung eines Bildes mittels des Fotoapparats bzw. der Fotokamera und der Gestaltung des aufzunehmenden Bildes. Um anspruchsvoll zu fotografieren sind zu beiden Bereichen vielfältige Kenntnisse vorteilhaft.

Inhaltsverzeichnis

Fotografische Bildgestaltung

Generell ist die Gestaltung des Bildes die entscheidende Tätigkeit, die aber auch durch besondere Anwendungen der Technik bestimmt wird. So kann - z. B. bei einem Portrait - mittels der Kameraeinstellung sowohl der Vordergrund vor dem scharf abzubildenden Objekt/ Kopf als auch/ oder der Hintergrund unscharf gehalten werden. In der Architekturfotografie sind beispielsweise mit der Balgenkamera Bilder zu gestalten, die mit Kameras ohne deren Möglichkeit der Verschiebung von Film- und Objektivebene nicht darstellbar sind. Beim Fotografieren dient - mit anderen Worten - die Kenntnis der Technik oft der Gestaltung. Dies gilt insbesondere in der Tiefe des aufzunehmenden Objekts/ Motivs, in Richtung der Objektivachse, also bei der Umsetzung des dreidimensionalen Motivs in ein zweidimensionales Bild (Schärfebereich; auch Schärfentiefe oder Schärfentiefenbereich).

Die entscheidende Größe bei der Gestaltung eines Bildes ist meist die zweidimensionale Bild-Ebene, die später als Abzug bzw. Ausdruck hergestellt wird, also simpel „Breite zu Höhe“. Eine Formel für die Bildgestaltung gibt es nicht. Gute Bilder sind - abgesehen auch von der Zeit/Epoche ihrer Entstehung - mit völlig unterschiedlichen Gestaltungsprinzipien zu erzielen. Hier zählt vor allem die – lernbare! – Begabung der fotografierenden Personen, das, was sie 1. sehen und 2. davon abbilden wollen, in den Rahmen des Bildes hinein zu komponieren und mit den Möglichkeiten der Kamera synchronisieren zu können.

Es gibt aber Hilfsmittel auch für die Gestaltung. Das bekannteste, oft verabsolutierte Maß der Bildgestaltung, kommt aus der Architekturtheorie, das ist der Goldene Schnitt, ein bestimmtes Verhältnis von Breite zu Höhe des Bildes (ca. 5 : 3), und dazu kommt die Lage des Hauptmotivs innerhalb des Bildes (z. B. an den Drittelspunkten, den vier Goldenen Punkten). Der Goldene Schnitt gilt als Schablone für harmonische Flächenaufteilung, eine Stimmung, die ja keineswegs immer erzielt werden soll, weshalb völlig andere (Auf-) Teilungen sinnvoll sein können. Sinnvoll ist es auch, bei der Motivsuche nach (grafischen) Strukturen zu suchen, etwa die Motivelemente in die Bilddiagonale zu legen, oder in eine Dreiecksform usw.

Konstruktion des Bildes mit der Kamera

Im Bereich der Kameratechnik, soweit es um die Konstruktion des Bildes, nicht um Mechanik (etwa des Kameraverschlusses) geht, sind die Kenntnis der Funktionsweise des Fotoapparats, die Kenntnis über die Funktionsweise der Belichtungsmessung, die über die Beschaffenheit der verfügbaren Filme, auf die im Fotoapparat das Bild durch das Objektiv übertragen wird, von besonderer Bedeutung für die Bildgestaltung. Und es sind Kenntnisse über das Licht nötig, sei es bei der Beleuchtung im Fotostudio oder der Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Lichtquellen auf den Film außerhalb des Studios, wie die der Sonne, oder die verschiedenen Farbtemperaturen verschiedener Leuchtkörper auf Tageslicht- oder Kunstlichtfilm uwm. Wird Farbfilm benutzt, sind auch Kenntnisse über die Farbtheorie nötig, die in der Fotografie und dem Bilder-Buch-Druck zum Einsatz kommen.

Gestaltung in der Dunkelkammer

Zum Fotografieren gehören auch Grundkenntnisse der Filmentwicklung und zur Dunkelkammer bzw. dem Fotolabor. Für viele FotografInnen - besonders im künstlerischen Bereich - ist die Ausarbeitung des Abzugs (vom Dia oder Negativ) bzw. heute des Digitaldrucks von ebenso großer Bedeutung wie das eigentliche Fotografieren. Sie verwenden ggf. Filmtyp und Entwicklungsbad im "Cross-Verfahren", entwickeln z. B. ein Dia im Negativentwickler, was zu besonderen Farbverschiebungen führt. Und sie haben oft besonders intensive Kenntnisse mit Papiersorten von "weicher" bis "harter" Gradation, mit verschiedenen Oberflächen usw., mit denen die Konstraste des Bildes gesteuert werden können. Dies gilt wahrscheinlich öfter für die Ausarbeitung von Schwarz-Weiß-Bildern als bei solchen in Farbe, weil Farbentwicklung der Abzüge (im Gegensatz zum Digitaldruck) ziemlich aufwendig ist.


Siehe auch




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