Georg Gerster

Georg Gerster (* 1928 in Winterthur) ist Journalist und ein Pionier der Flugbildfotografie.

Leben

1950 promovierte Georg Gerster an der Universität Zürich in Germanistik. Bis 1956 arbeitete er als wissenschaflicher Redakteur für die Zürcher "Weltwoche". Seitdem ist er als freier Publizist mit den Schwerpunkten Wissenschaftsreportage und Flugfotografie tätig. In diesem Fachgebiet leistete er wesentliche Pionierarbeit und hatte jahrzehntelang eine konkurrenzlose Spitzenstellung inne, sowohl was Technik und Qualität als auch Themenwahl, Gestaltung, Blickwinkel und Aufnahmesiuation seiner Luftaufnahmen betrifft. Heute kann ihm allenfalls Yann Arthus-Bertrand "das Wasser reichen".

Ab 1959 produzierte er Bildreportagen und Bildbände vorzugsweise über Landschaften Nordafrikas und drehte auch Filme wie "Wunder der Wüste" und "Elefanten für Buddha". Seit den Sechziger Jahren dokumentierte er in über 50 Ländern aller Kontinente archäologische Stätten jeglicher Art: von Stonehenge bis zur chinesischen Mauer, von den Tempeln von Abu Simbel, die dem Assuan-Staudamm weichen mußten, bis zu aztekischen Kultstätten und monumentalen Steinzeichnungen in der Wüste Kaliforniens. Aber auch Gebirge und Wüsten, Küsten und Seen, Agrar- und Industrielandschaften hat er in atemberaubenden Flugbildern fotografisch festgehalten.

Georg Gerster wurde 1976 mit dem Prix Nadar ausgezeichnet. Seine Fotos waren in Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa, Japan und den USA ausgestellt.

Werk

Georg Gerster veröffentlichte Bilder und Texte regelmäßig in international renommierten Periodika wie der Neuen Zürcher Zeitung, dem National Geographic Magazine, dem Sunday Times Magazine und dem Magazin Geo.

Seine Fotografien, die in vielen Bildbänden, aber auch in Kalendern bewundert werden können, sind nicht nur technische Meisterleistungen und präzise Dokumente, sondern bieten auch in ihrer Schönheit faszinierende, bisher nicht gekannte Blicke auf unsere Welt. Oft gleichen seine Bilder durch die ungewohnte Sicht und die überraschenden, fremdartigen oder exotischen Sujets eher Bilderrätseln, die er durch seinen journalistisch geschulten, spannenden Fachkommentar so zu erläutern vermag, dass der Betrachter sich unweigerlich für sein Anliegen interessieren muss: es geht ihm um die Bewahrung der Erde.

Gerster stellt dabei einerseits die Schönheit der Landschaft heraus, die er gerne senkrecht von oben - oft auch aus geringer Höhe - zeigt, andererseits geht es ihm aber darum, die weltweite Gefährdung der Natur durch Erosion, Zivilisation und Technik zu zeigen sowie um die - wenigstens fotografische - Bewahrung historischer und archäologischer Stätten.

Auswahl von Publikationen





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