Gustav Ginzel

Gustav Ginzel (* 28. Februar 1931 in Reichenberg (Böhmen)) ist ein bekannter Weltenbummler, Geologe, Bergsteiger, Bergführer, Skiläufer, Höhlenforscher, Naturschützer, Buchautor, Lebenskünstler und Naturfotograf. thumb|Gustav Ginzel Ginzel, der einer sudetendeutschen Familie entstammt und deutscher und tschechischer Staatsbürger ist, wuchs in einer neunköpfigen Familie auf. Nach dem 2. Weltkrieg mußte die Familie in der Tschechoslowakei verbleiben, da sein Vater ein technischer Spezialist für Textilmaschinen war.

Die Aufnahme eines Direktstudiums blieb ihm als Deutscher verwehrt, so dass er sich seine Kenntnisse im Fernstudium und autodidaktisch aneignete.

Die Naturliebe wurde ihm schon vom Vater geprägt. Nach Erkundung der Gebirge in der Tschechoslowakei und Polen, bereiste er 1961 den Kaukasus. Damit begannen seine Reisen in die ganze Welt.

1968 organisierte Gustav Ginzel mit Freunden eine Internationale Expedition in den Ostsajan (Sibirien), 1969 startete er eine vulkanologische Expedition zum Stromboli. Die Teilnahme an der tragischen Expedition in die Anden im Jahre 1970 wurde ihm verwehrt, die teilnehmenden Bergsteiger starben am Huascaran in Peru durch eine Steinlawine. 1972 nahm Ginzel an der erfolgreichen polnisch-tschechischen Cotopaxi-Expedition teil.

Von 1973 - 1975 unternahm er eine Forschungsreise in die Sahara. Nach 1990 bereiste er u.a. Nepal, Australien und Neuseeland. thumb|Gustav mit seinem Kater Erich In seinem 1963 erworbenen Domizil, dem urigen Misthaus in Jizerka (Klein Iser), dem höchstgelegensten Ort des Isergebirges, empfing Gustav Ginzel, in so fern er nicht auf Reisen war, gern Tagesbesucher und Hausgäste. Ginzel, der auch als Original und Kuriositäten- und Schildersammler gilt, hielt Misthausführungen und Vorträge über seine Expeditionen, die sich auch wegen der legendären Sprüche Ginzels, seines unnachahmlichen Humors und seiner Kauzigkeit einer großen Beliebtkeit erfreuten.


Auf Grund seiner Popularität erlebte Jizerka einen starken Besucherandrang, der jedoch in erster Linie Gustav Ginzel und dem Misthaus galt. Zahlreiche Reiseveranstalter wählten das Misthaus als Ziel für Tagesreisen. Nach dem Fall der Mauer sank die Besucherzahl deutlich.

Ginzel engagierte sich auch seit den 60er Jahren stark für Maßnahmen zum Umweltschutz. Er machte insbesondere auf das durch die Rauchgase der Braunkohlenkraftwerke verursachte verheerende Waldsterben auf den Kämmen des Isergebirges aufmerksam und errichtete eine meteorologische Station, deren Klima- und Schwefeloxidwerte in Prag ausgewertet wurden. Ebenso wirkte er an der Restaurierung des ehemaligen Herrenhauses der Glasmacherfamilie Riedel in Klein Iser (Jizerka) sowie an der Nutzung des ehemaligen Schulgebäudes als Außenstelle des Isergebirgsmuseums in Liberec mit.

Wegen seiner Kontakte zu Persönlichkeiten der Opposition in der CSSR und DDR, die sich auch gern bei ihm trafen, wurde Gustav Ginzel sowohl von der Staatssicherheit der DDR als auch tschechoslowakischen Behörden überwacht und erhielt zeitweilig Reiseverbot.

1995 erhielt Ginzel von einer Liberecer Stiftung den Ehrentitel Narr des Jahres wegen seines originellen und eigenartigen Lebensstils verliehen.

Seit 2000 ist Gustav Ginzel erkrankt und das Misthaus für den öffentlichen Besucherverkehr nur eingeschränkt geöffnet.

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