Heinrich Zille

Heinrich Zille (* 10. Januar 1858 in Radeburg bei Dresden; ? 9. August 1929 in Berlin) war Maler, Zeichner und Fotograf.

In seiner Kunst bevorzugte der „Pinselheinrich“ genannte Zille Themen aus dem Berliner „Milljöh“, das er liebevoll und sozialkritisch darstellte – seine Figuren und Szenen stammten vornehmlich aus der sozialen Unterschicht beziehungsweise aus Randgruppen und aus den Berliner Mietskasernen. thumb|right|220px|Relief auf seinem Grabstein Heinrich Zille war Sohn des Uhrmachers Johann Traugott Zille und dessen Ehefrau Ernestine Louise. Nach dem Umzug der Familie nach Berlin im Jahr 1867 und nach seiner Schulzeit begann Heinrich Zille 1872 eine Ausbildung als Lithograph. Parallel nahm er Studien bei dem Maler, Illustrator und Karikaturisten Theodor Hosemann an der „Königlichen Kunstschule“ auf. Nach Abschluss der Studien bekam Zille 1877 eine Anstellung bei der Photographischen Gesellschaft Berlin als Geselle, bei der er dreißig Jahre lang beschäftigt blieb. Nach seiner Entlassung 1907 lebte Zille als freier Künstler. Während dieser Zeit neigte er auch dazu, antipolnische Karikaturen betreffend die Freiheitsbestrebungen der Polen anzufertigen und gelangte dabei im Ausland zu einem zwielichtigen Ruhm.

Um die Jahrhundertwende gelang es Zille, erste Zeichnungen auszustellen und in Zeitschriften wie Simplicissimus, Jugend. Münchener Illustrierte Wochenschrift für Kunst & Leben und Die Lustigen Blätter zu veröffentlichen. 1903 erfolgte seine Aufnahme in die Berliner Secession, einer Künstlergruppe, die sich vom bis dahin dominierenden akademischen Kunstbetrieb abgespalten hatte. 1913 traten rund 40 Künstler, auch Zille, wiederum aus dieser Organisation aus und gründeten die Freie Secession – Zille wurde Vorstandsmitglied. Ehrenpräsident war Max Liebermann, auf dessen Vorschlag er 1924 mit der Ernennung zum Professor Mitglied der Akademie der Künste wurde.

1913 erschienen Zilles Bildband Mein Milljöh sowie die Zyklen Berliner Luft und Hurengespräche. In den folgenden Jahren veröffentlichte er zahlreiche Zeichnungen in der Berliner Satire-Zeitschrift Ulk. Den Höhepunkt seiner Popularität erreichte Zille ein Jahr vor seinem Tod mit den großen Feierlichkeiten zu seinem 70. Geburtstag, im Märkischen Museum wurde eine Retrospektive seiner Werke unter dem Titel „Zilles Werdegang“ ausgestellt.

Verheiratet war Zille seit 1883 mit Hulda Frieske, die 1913 starb; das Paar hatte drei Kinder. Nach seinem Tod 1929 erhielt Zille ein Berliner Ehrenbegräbnis auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf. Das auch heute noch gepflegte Grab befindet sich im Teil „Epiphanien“ des riesigen Parkfriedhofs.

Werke

Siehe auch: Mietskaserne, Adolf Damaschke

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