Herbert List

Herbert List (* 1903 in Hamburg; † 1975 in München) war ein deutscher Fotograf. Er gilt als "moderner Klassiker" und wurde vor allem für seine surreal anmutenden Schwarzweiß-Fotografien bekannt.

Leben

1903 in Hamburg geboren, besuchte List von 1912 bis 1920 die Gelehrtenschule des Johanneums (Gymnasium) in Hamburg. 1921 bis 1923 studierte er Literaturgeschichte in Heidelberg und trat 1924 als Lehrling in die väterliche Kaffee-Import Firma List & Heineken in Hamburg ein. Als Kaffeekaufmann bereiste er 1925 bis 1928 Brasilien, Guatemala, Costa Rica, San Salvador und die USA (San Franzisko) und wurde 1929 Prokurist in der väterlichen Firma.

Angeregt von Andreas Feininger und unter dem Einfluß von Künstlern wie Giorgio de Chirico, Magritte und Man Ray begann er 1930 selbst zu fotografieren. Noch bis 1936 war List Prokurist in der Firma des Vaters; die Fotografie interessierte ihn aber deutlich mehr als das Geschäft. 1935 emigrierte er nach Paris, wo er 1937 auch seine erste Ausstellung in der Galerie du Chasseur d'Images hatte. Bei einem Aufenthalt in London 1937 unternahm List erste Versuche mit der Studiofotografie und arbeitete u. a. für die Zeitschriften Vogue, Harper's Bazaar und Life.

Er begegnete George Hoyningen-Huene, mit dem er eine Griechenland- und Italienreise unternahm. Die Griechenland-Fotografien aus den Jahren 1937 bis 1941 flossen in den Bildband Licht über Hellas ein. Diverse homoerotische Fotos belegen Hoyningen-Huenes starken Einfluss.

1941 ließ List sich nach der Rückkehr nach Deutschland in München nieder, hatte dort aber kaum Möglichkeiten zu publizieren. 1944 bis 1945 war er als Soldat in Norwegen und kehrte bei Kriegsende nach München zurück.

Seine erste Nachkriegsreise nach Paris unternahm List 1948. Er wurde Kunstredakteur bei HEUTE, einer von den Besatzungsmächten in Deutschland herausgegebenen Zeitschrift. In den darauffolgenden Jahren (bis 1962) bereiste er Italien, Griechenland, Spanien, Frankreich, Mexiko und die Karibik und veröffentlichte Fotos und Foto-Essays in Heute, Du, Epoca, Look, Harper's Bazaar, Flair, Picture Post, Life, etc. Außerdem gab er noch mehrere Bildbände heraus.

1964 wurde List von der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner mit der David-Octavius-Hill-Medaille ausgezeichnet. Er hatte zahlreiche Ausstellungen in London, Zürich, München, Düsseldorf, Mailand und New York.

Seit Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts reiste er zwar noch mehrfach nach Italien, Frankreich und Mexiko und baute seine Sammlung italienischer Handzeichnungen des 17. und 18. Jahrhunderts aus, gab das Fotografieren jedoch auf.

1975 starb Herbert List in München.

In seinen Fotos scheinen die Motive auf einfache, archaische Elemente reduziert. List übte mit seiner Art, die Dinge ins Licht zu setzen, einen großen Einfluss auf die moderne Fotografie aus. List ging es darum, "das Magische der Erscheinung im Bild zu erfassen", um eine "visionäre Stärke" und weniger um technische Vollkommenheit und er behauptete: "Das Objekt ist nicht objektiv. Es wäre sonst als künstlerisches Medium unbrauchbar".

Bildbände

Monografien




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