Jenoptik

Die Jenoptik AG ist ein börsennotierter Technologiekonzern mit Sitz in Jena (Thüringen).

Geschichte

Die Vorgeschichte von Jenoptik reicht bis ins Jahr 1846 zurück, als Carl Zeiss in Jena seine optische Werkstatt eröffnet. Der in die Werkstatt eingetretene Ernst Abbe wird nach dem Tod von Carl Zeiss alleiniger Inhaber und gründet die Carl-Zeiss-Stiftung Jena, in deren Eigentum später die Firma Carl Zeiss und das Glaswerk Schott übergehen. 1948 werden das Zeiss-Werk und das Glaswerk Schott in Volkseigentum überführt.

Nach der Wende in der DDR übernimmt die Treuhandanstalt das Kombinat VEB Carl Zeiss JENA. Aus dem Jenaer Stammbetrieb wird zunächst die Carl Zeiss Jena GmbH gebildet, die ab 10. September 1990 als JENOPTIK Carl Zeiss Jena GmbH firmiert. Die Gesellschaft besteht damals aus 13 Betrieben und beschäftigt etwa 30.000 Menschen. 1991 wird zwischen der Treuhandanstalt, den Ländern Baden-Württemberg und Thüringen sowie den beteiligten Zeiss-Unternehmen eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet. Lothar Späth übernimmt die Leitung der JENOPTIK Carl Zeiss Jena GmbH. Im gleichen Jahr geht aus der JENOPTIK Carl Zeiss JENA GmbH die JENOPTIK GmbH als landeseigenes Unternehmen hervor. Jenoptik verantwortet die Strukturentwicklung in Jena und wird zum Rechtsnachfolger des ehemals volkseigenen Kombinats. Aus diesem übernimmt sie die Geschäftsbereiche Optoelektronik, Systemtechnik und Präzisionsfertigung. Neu gebildet wird die Carl Zeiss Jena GmbH. 51 Prozent der Anteile hält Carl Zeiss Oberkochen, 49 Prozent der Freistaat Thüringen, welche Jenoptik verwaltet. In den Folgejahren wird der Konzern umstrukturiert und profitabel gemacht, neue Unternehmen (z. B. MEISSNER+WURST GmbH+Co., Stuttgart) werden hinzugekauft, andere verkauft. Das Firmengelände in Jena wird völlig umgestaltet. 1995 überträgt Jenoptik die Anteile des Freistaates Thüringen an der Carl Zeiss Jena GmbH an Carl Zeiss, Oberkochen. Zum 1. Januar 1996 wird Jenoptik in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und geht am 16. Juni 1998 an die Börse. Der Emissionspreis liegt mit 34,00 DM am oberen Ende der von 28,00 DM bis 34,00 DM reichenden Bookbuilding-Spanne. 2003 gibt Lothar Späth den Vorstandsvorsitz ab und wechselt in den Aufsichtsrat.

Porträt der Jenoptik AG

Die Jenoptik AG ist in mehr als 20 Ländern präsent und hatte am Bilanzstichtag 2003 10.363 Mitarbeiter. Der Konzern gliedert sich in die Unternehmensbereiche Clean Systems (Dienstleistungen rund um Hightech-Gebäude und -Produktionsanlagen) und die Photonics-Gruppe. Deren Unternehmen entwickeln Produkte in den Bereichen Lasersysteme, Elektrooptik und Elektromechanik. Der Konzern erreichte im Geschäftsjahr 2003 einen Umsatz von 1.982,2 Millionen Euro (Vorjahr: 1.584,5 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss betrug -25,8 Millionen Euro (+40,3 Millionen Euro).

Neben anderen Beteiligungen gehört die Jena-Optronik GmbH zum Jenoptik Konzern. Das größte Aerospace Unternehmen der neuen Bundesländer lieferte schon vor knapp 30 Jahren mit der MKF-6 eine Weltraumkamera an die russische Raumfahrt, heute ist die Jena-Optronik GmbH ein führender Hersteller von Lageregelungssensoren. Weiterhin ist der Jenaer Betrieb an Missionen wie Mars Express, Rosetta und RapidEye beteiligt.

Die Aktie der Jenoptik AG ist an der Frankfurter Wertpapierbörse und an allen anderen deutschen Börsen notiert und wird im TecDAX geführt. 15,77 % der Gesellschaft gehören dem Freistaat Thüringen. Vorstandsvorsitzender ist Alexander von Witzleben.

Weblinks



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