Lichtdruck

Als Lichtdruck bezeichnet man

  1. ein fotomechanisches Flachdruckverfahren zur Wiedergabe von Halbtönen ohne Raster sowie
  2. in der Fotografie ein photolithographisches Verfahren, das 1856 von Adolphe Louis Poitevin unter der Bezeichnung Collotypie entwickelt wurde.

Verwendung

Der Lichtdruck wird bei der Reproduktion von Zeichnungen und Gemälden angewendet, da in keinem anderen Druckverfahren eine so originalnahe Wiedergabe möglich ist. Künstler haben sich innerhalb der Grafik des Lichtdrucks zur eigenständigen Aussage bedient.

Ein Beispiel dafür ist Willi Baumeister und seine in zwanzig Original-Lichtdrucke der 1929 in 200 Exemplaren erschienen Mappe Sport und Maschine, die von der Galerie Flechtheim herausgegeben wurde.

Druckformherstellung

Träger der Druckform ist eine 10 mm dicke matt geätzte Spiegelglasplatte. Die Platte wird ähnlich dem Siebdruck mit einer Lichtempfindlichen Emulsion (Chromatgelantine) beschichtet und damit sensibilisiert. Beim Trocknen entsteht das Runzelkorn. Die Besonderheit liegt bei dieser Kopierschicht in ihrem Verhältnis von der Lichtmenge zum Grad der Aushärtung:

Druck

So genannte Lichtdruck-Flachformzylinderpressen (Lichtdruckschnellpressen ähnlich den Offset-Einfarben-Andruckflachpressen) dienen zum Bedrucken dieses höchst volatilen Druckverfahrens.

Bei einer täglichen Stückzahl zwischen 600-1000 Bogen wird der erfahrene Drucker immer wieder gefordert, da er das feine Quellrelief durch befeuchten der Druckform im Kontrast steuern kann.

Stärkere Befeuchtung verringert, schwächere Befeuchtung steigert den Kontrast. Der Drucker muss fortwährend ein Auge auf den Fortdruck haben. Des Weiteren ist das permanente Konstanthalten der relativen Luftfeuchte auf einem Niveau eine Grundvoraussetzung. Die Auflagenhöhe variiert zwischen 1500 - 2000 Exemplaren, danach müsste eine neue Druckform erstellt werden.




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