Als Normalobjektive gelten in der Fotografie Objektive mit einer Brennweite entsprechend der Länge der Diagonalen des Aufnahme-Bildformats. Für Kleinbildkameras sind es also etwa 50 mm (Aufnahmeformat 24 x 36 mm), für Mittelformatkameras 80 mm. Bei Großformatkameras, die es von 6 x 9 cm bis 18 x 24 cm Bildformat gibt, wird der Zusammenhang deutlich: ein Normalobjektiv für Bildformat 6 x 9 cm (Bilddiagonale = 7,5 cm) mit einer Brennweite von 80 mm wäre für das nächstgrößere Format 9 x 12 cm (Bilddiagonale = 10,4 cm) schon eher ein leichtes Weitwinkelobjektiv.
Bei Digitalkameras gilt entsprechend die Diagonale der lichtempfindlichen Sensorfläche (unabhängig von der Pixelzahl).
Objektive mit einer kürzeren Brennweite als Normalobjektive werden als Weitwinkel- oder Retroobjektive bezeichnet, solche mit längerer Brennweite als Fern- oder Teleobjektive.
Vor der massenhaften Verbreitung der Zoomobjektive wurden Spiegelreflexkameras meist zusammen mit einem Normalobjektiv verkauft. Aufgrund der hohen Stückzahlen sind Normalobjektive die preiswertesten lichtstarken Objektive.