Rollei

Rollei ist ein traditionsreiches deutsches Unternehmen aus der Fotowirtschaft und der optischen Industrie mit Sitz in Braunschweig, das ursprünglich unter dem Namen Franke & Heidecke Fabrik Photographischer Prazisionsapparate firmierte.

Inhaltsverzeichnis

Produkte

Rollei produziert vor allem Mittelformatkameras (Rolleiflex-Modellreihe), jedoch auch einige Kleinbildkameras in Kamerabauformen als Spiegelreflex- und Sucherkamera (z.B. Rollei 35 von 1966). Seit einigen Jahren stellt Rollei auch Digitalkameras (Prego-Modellreihe) her.

Ebenfalls bekannt sind die Diaprojektoren mit Überblendvorrichtung (z.B. Rollei P3800 von 1976, Rolleivision 66AV, Rolleivision twin MSC 300) für Kleinbild- und Mittelformatdias.

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1920 von Reinhold Heidecke und Paul Franke in Braunschweig gegründet; das erste Produkt war das Heidoskop, eine Stereokamera mit fotografischen Platten und drei Objektiven. Zwei Jahre später brachten Franke & Heidecke ihr zweites Produkt auf den Markt, das Rolleidoskop, eine Rollfilmkamera.

Das erst erfolgreiche Produkt von Franke & Heidecke war die Rolleiflex von 1928; hier gelang erstmals die Konstruktion einer zweiäugigen Spiegelreflexkamera für das Aufnahmeformat 6x6 cm – mehr als ein Jahrzeht vor der ersten Mittelformatkamera von Hasselblad. Die Kamera war so erfolgreich, dass das Unternehmen die Anzahl der Mitarbeiter von 40 (20er Jahre) auf 800 (1930) erweitern konnte. Die Rolleiflex gewann 1937 den Großen Preis der Weltausstellung.

1933 veröffentlichten Franke & Heidecke mit der Rolleicord eine preiswertere Version der Rolleiflex, die vom Markt ebenfalls gut angenommen wurde.

1950 starb Paul Franke, 1960 Reinhold Heidecke; Frankes Sohn Horst übernahm das Unternehmen, gab das Management jedoch 1964 an Dr. Heinrich Peesel ab. In dieser Zeit litt die deutsche Fotowirtschaft unter der zunehmenden Verbreitung preiswerter Kamera-Nachbauten aus Japan; Peesel gelang es mit Erfolg, das Unternehmen durch diese Krisenzeit mit Hilfe von Reorganisationen und einer aggressiven Preispolitik zu lenken. Viele andere deutsche Traditionsunternehmen gaben in dieser Zeit auf und verschwanden vom Markt. Die Firma blieb noch bis 1966 im Familienbesitz, wurde dann jedoch vollständig an die Franke-Familie veräußert.

Peesel versuchte, in einem noch immer schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu expandieren und eröffnete Fabriken in Uelzen und Singapur, was jedoch nicht der tatsächlichen Nachfrage am Markt entsprach; er wurde abgelöst durch Peter Peperzak und Heinz Wehling, die den wirtschaftlichen Niedergang jedoch nicht aufhalten konnten.

Mit der Rollei 16 erschien 1963 die erste moderne Rollei-Kamera, die nicht für Rollfilm konstruiert war. thumb|100px|Rollei 35S 1966 sorgte die Rollei 35 als kleinste Kleinbildkamera der Welt für Aufsehen. Als zuverlässige Präzisionskamera war ihr ein langer Erfolg beschieden. 1968 folgte mit dem Rollei P35 der erste Diaprojektor sowie 1970 mit der Rolleiflex SL35 die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera aus dem Hause Rollei; eine weitere Spiegelreflexkamera war die Rolleiflex SL2000F aus dem Jahr 1980, die erstmals Wechselmagazine und eingebauten Kameramotor für das Kleinbildformat kombinierte sich aber als recht reparaturanfällig erwies. Im hart umkämpften Kleinbildsektor konnte sich Rollei jedoch nie recht durchsetzen. Der Fotohändler Hansheinz Porst stieg schließlich in das Unternehmen ein und rettete es vor einem spektakulären Bankrott; wenig später ging Rollei in den Besitz der britischen United Scientific Holding über.

1978 brachte Rollei mit der Rolleiflex SLX die weltweit erste vollelektronische Mittelformatkamera auf den Markt, die jedoch mit zahlreichen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Neue wirtschaftliche Erfolge gelangen Rollei 1987 mit der modernisierten Rolleiflex 2,8 GX sowie 1988 mit der Mittelformatkamera Rolleiflex 6008; letztere wurde 1995 zur Rolleiflex 6008 integral aufgewertet. Hochwertige Objektive zur 6000er Reihe bezieht Rollei von Carl Zeiss und Jos. Schneider Optische Werke Kreuznach.

Das Unternehmen befindet sich mittlerweile im Besitz der Jos. Schneider Optische Werke Kreuznach.

Siehe auch

Nicht erwähnt wurde die einäugige Rolleiflex SL 66, die Ende der 60er Jahre als Konkurenzmodell zur Hasselblad entwickelt wurde, besonderes Merkmal war der eingebaute Balgen mit optischer Bank, mit dem die Schärfenebene nach den Scheimpfugschen Prinzip verändert werden konnte. Weiterentwicklung dann zur SL 66 E mit TTL Messung.

Weblinks

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