Rote-Augen-Effekt

thumb|right|200px|Rote-Augen-Effekt bei einem Baby Als Rote-Augen-Effekt oder Rotaugeneffekt wird das Erscheinen von roten Pupillen in den Augen von mit Blitzlicht fotografierten Lebewesen bezeichnet. Dieser Effekt tritt dann auf, wenn das Blitzgerät fast achsengleich mit dem Objektiv montiert ist, sich also in Nähe der optischen Achse befindet. Der Rote-Augen-Effekt wird durch die Reflexion des Blitzes durch die rote Netzhaut des Auges hervorgerufen. Wenn die Person direkt in das Objektiv blickt ist der Effekt besonders hervorstechend, tritt aber allgemein immer dann auf, wenn das an der Netzhaut reflektierte Blitzlicht in gerader Linie ins Objektiv zurückfällt.

Das Problem tritt in der professionellen Blitzlichtfotografie oder bei Verwendung einer Studioblitzanlage normalerweise nicht auf, da hier die Lichtquellen i.d.R. weit entfernt von der optischen Achse platziert werden.

In der Amateurfotografie tritt der Effekt dagegen häufiger auf bei Verwendung des eingebauten Mini-Blitzgeräts einer Kompaktkamera oder beim Aufstecken eines Kompaktblitzgeräts auf den Blitzschuh einer Kamera.

Abhilfe schafft es, das Blitzgerät möglichst weit aus der optischen Achse heraus zu bewegen; dies ermöglicht beispielsweise die Verwendung eines Blitzhandgriffs oder Techniken wie der entfesselte Blitz, bei denen die Blitzgeräte frei im Raum platziert werden können. Eine weitere Möglichkeit, mehr Licht dem Objekt/Person zuführen. Funktioniert durch zuschalten anderer Lichtquellen.

Moderne Kameras und Blitzgeräte versuchen häufig auch, den Rote-Augen-Effekt durch einen Vorblitz zu verringern; durch diesen Vorblitz wird die Pupillenöffnung des Auges verkleinert und die Reflexion des Blitzlichtes auf der Netzhaut verringert. Die verkleinerte Pupille ist jedoch im Interesse der Erzielung ansprechend wirkender Porträts unerwünscht, da aus der Verhaltensbiologie und der Wahrnehmungspsychologie bekannt ist, dass Bilder von Menschen mit kleinen Pupillen als weniger sympathisch und freundlich wahrgenommen werden. Auch kann der Vorblitz rote Augen nur dann wirksam verhindern, wenn die Person nicht direkt in das Objektiv oder auf den Blitz blickt.

Bei der Bildbearbeitung können sowohl im Fotolabor durch Abdunkeln als auch durch Hilfsmittel des Digital Imaging "rote Augen" relativ unkompliziert umgefärbt werden.

Tiere

thumb|right|200px|Leuchtende Katzenaugen Bei einer Reihe von Tierarten tritt ein ähnlicher Effekt auf. Bei Tieren, die in der Dunkelheit gut sehen müssen, ist die Netzhaut des Auges mit einer reflektierenden Schicht überzogen, damit das zurückgeworfene Licht auf dem Rückweg eine zweite Chance hat, in den Sehzellen einen Nervenimpuls auszulösen. Das restliche Licht tritt durch die Pupille wieder aus und führt zu stark leuchtenden Augen. Besonders bekannt ist das Phänomen von Katzen, deshalb werden Lichtreflektoren auch Katzenaugen genannt.

Weblinks


en:Red-eye effect pl:Efekt czerwonych oczu


Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL

zurück zum Index