Stripping Film

Als Stripping Film bezeichnet man einen Papierfilm, der 1884 von George Eastman entwickelt wurde und von der Eastman Company, die 1881 als Eastman Dry Plate Company gegründet und 1889 in Eastman Company umbenannt worden war, hergestellt wurde.

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Funktionsweise

Es handelt sich dabei um einen mit Gelatine beschichteten Rollfilm, bei dem die Gelatineschicht (die fotografische Emulsion) nach der Belichtung abgezogen und auf eine Glasplatte übertragen wird; das Bild auf dem Glasträger muss dann erneut auf eine Gelatineschicht übertragen werden, um Abzüge herzustellen. Mit diesem Filmtyp arbeitete beispielsweise die Kodak Nr. 1.

Papier als Träger erwies sich in der Weiterverarbeitung als nicht besonders praktisch, daher ersetzte Eastman das Trägermaterial wenig später durch das Celluloid; das Nachfolgeprodukt wurde unter der Bezeichnung American Film, einem Zelluloidfilm, ab 1891 vermarktet.

Bedeutung

Die häufig kolportierte Einschätzung, der Stripping Film habe die Amateurfotografie ausgelöst, erweist sich bei näherer fotohistoriografischer Betrachtung als Legende; wie beispielsweise der Fotohistoriker Timm Starl nachweist, setzte die private Bildproduktion durch Amateurfotografen bereits deutlich früher ein. Auch die Behauptung, George Eastman habe den Rollfilm erfunden, erweist sich bei der wissenschaftlichen Betrachtung als durch das Markting von Kodak lancierte Legende.

Unumstritten machte der Rollfilm der fotografischen Platte ab den 1890er Jahren Konkurrenz; Plattenkameras hielten sich zwar noch bis in die 1930er Jahre, verloren aber stetig an Marktbedeutung.

Siehe auch

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