Thomas Struth *1954 Geldern (Niederrhein) ist ein Künstler und Fotograf
Thomas Struth ist seit Ende der 1990er Jahre einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstler von internationalem Rang.
Thomas Struth studierte von 1973 bis 1980 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf – zuerst Malerei bei Gerhard Richter, ab 1976 Fotografie bei Bernd Becher. Von 1993 bis 1996 hatte Struth eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe inne.
Bezeichnend für Thomas Struths künstlerische Praxis ist die Arbeit an aufeinander folgenden Werkgruppen, z.B. Foto-Serien von Straßenansichten, Personen (Portraits), Blumen, Familien, Museen, Landschaften. Durchgesetzt in der Kunstkritik und auf dem Kunstmarkt hat sich Thomas Struth vor allem mit den Werkgruppen „Die Architektur der Straßen“ (z.B. „Unbewusste Orte“, Ausstellung im Porticus, Frankfurt, 1988) und „Portraits“. Seine Architekturaufnahmen zeigen alltägliche städtische Ensembles, Plätze und Straßenzüge, die von Passanten eher unbewusst wahrgenommen werden, aber Spuren von städtischer Entwicklung und dem Gebrauch der Stadträume enthalten. Diese großformatigen Aufnahmen konfrontieren mit dem Vertrauten, das aber vorgestellt wird wie ungewöhnliches – wie Sehenswürdigkeiten in der traditionellen Fotografie Anders verfährt Thomas Struth in seinen Portraits. Sie übernehmen formal die gewöhnliche Ikonographie der Massen- und Automatenware Passfoto. Sie unterscheiden sich aber von diesen u. a. durch die Technik der Großformatkamera (der „porentiefen“ Wiedergabe) und der Reihung in einer Werkgruppe. Von der Tradition der Portraitfotografie distanziert sich Struth in dem in der „Bilderflut“ individuelles verschwindet und soziologisches Interesse (wie beispielsweise bei August Sander) fehlt.
Insgesamt stellen Thomas Struths Werkgruppen regelmäßig konventionelle Sichtweisen auf überkommene fotografische Sujets in Frage, unterlaufen Sehgewohnheiten und –erwartungen bzw. erweitern den fotografischen Kunstbegriff. Thomas Struths Vorgehen ist nicht unumstritten. Angesichts der Vielfalt und Heterogenität des von ihm erarbeiteten Oeuvres (zwischen Dokumentation und Manipulation) wird ihm auch „Beliebigkeit“ vorgeworfen.
| Inhaltsverzeichnis |
Museum Photographs, München 1993
Strangers and Friends, 1994
Stefen Gronert und Christoph Schreier: Thomas Struth. Straßen. Fotografie 1976 bis 1995, Kunstmuseum Bonn, Köln, 1995.
Strassen, Fotografie 1976 bis 1995, Köln, 1995
Portraits, München 1997
Still, München 1998
Struth, München 2000
Thomas Struth – My Portrait, 2000
Löwenzahnzimmer, München 2001
New Pictures from Paradise, München 2002
Photographien 1977-2002, München 2002
Pergamon Museum, München 2004
1987 Westfälisches Landesmuseum Münster
1991 Carnegie Museum of Modern Art, Pittsburgh, USA
1992 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf / Teilnahme an der documenta IX, Kassel
1992 Hirschhorn Museum at The Smithsonian Institution Washington DC, USA
1993 Kunsthalle Hamburg
1994 Institute of Contemporary Arts Boston, USA
1995 Kunstmuseum Bonn
1997 Sprengel Museum Hannover
1998 Stedelijk Museum Amsterdam, Niederlande
2000 Spazio Oberdan, Mailand, Italien
2001 Haifa Museum of Art, Israel
2001 Kunstsammlung Basel (Schweiz)
2002 Metropolitan Museum of Art, New York
2002 Museum of Contemporary Art, Los Angeles;
2003 Museum of Contemporary Art, Chicag0
2004 Hamburger Bahnhof (Museum für Gegenwart), Berlin
1997 'Spectrum' Internationaler Preis für Fotografie, Stiftung Niedersachsen
mehr Informationen, Ausstellungen und Bücher zu Thomas Struth (http://www.artinfo24.com/kuenstler-verzeichnis.php?id=15)
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