Zeiss Ikon

Die Firmengruppe Zeiss Ikon (ZI, Zeiss IKON AG) entstand im Herbst 1926 durch Zusammenschluss der deutschen Kamerahersteller

Später traten dem Konsortium noch weitere Hersteller bei:

Firmenstandorte waren Stuttgart und Berlin, der Hauptsitz befand sich in Dresden (vergleiche [1] (http://www.praktica-collector.de/Zeiss_Ikon_AG.htm)). Zeiss Ikon ist auch ein Markenname.

Zeiss Ikon war lange Zeit einer der bedeutendsten Dresdner Kamerhersteller und bis zum Zweiten Weltkrieg Weltmarktführer bei Schmalfilmkameras.

Inhaltsverzeichnis

Produkte

Das Unternehmen fertigte vor allem Qualitätskameras mit den bekannten Tessaren, die bis heute gefertigt werden, die Contarex, die Contaflex, die Ikoflex sowie daneben auch diverse Boxkameras wie die Box Tengor in diversen Varianten für die Aufnahmeformate 6x9 cm, 4,5x6 cm und 6,5x11 cm, die Baldur, die Era sowie die Balilla.

Heute produziert das Unternehmen nur noch Schließanlagen und Sicherheitstechnik.

Unternehmens- und Produktgeschichte

Das Firmenkonsortium Zeiss IKON AG stand unter Führung der Carl-Zeiss-Stiftung, die Ernst Abbe 1889 gegründet und nach seinem ein Jahr zuvor verstorbenen Freund Carl Zeiss benannt hatte; der erste Gesamtkatalog erschien 1927 und enthielt teilweise noch Produkte der Einzelfirmen wie die Box-Tengor (1924) von Goerz.

Zeiss Ikon stellte 1932 die weltweit erste Schmalfilmkamera (Contax) vor, während in demselben Jahr Teile des Goerz-Werkes durch ein Großfeuer zerstört wurden; die Produktion wurde daher zeitweilig nach Berlin-Friedenau verlagert. Bereits 1933 richtete sich der Konzern auf die neuen Machthaber ein und brachte die Baldur heraus, eine nach dem NS.Reichsführer Baldur von Schirach benannte Boxkamera für das Aufnahmeformat 4,5x6 cm.

1934 folgte die erste Mess-Sucherkamera und 1936 eine der ersten Spiegelreflexkameras, die Kine Exakta. 1938 stellte Zeiss Ikon die Tengor II vor, eine überarbeitete Goerz Box-Tengor für das Aufnahmeformat 6x9 cm. Ab 1940 wurde die gesamte deutsche Industrie auf Kriegswirtschaft umgestellt, Zeiss Ikon konnte als einer der wenigen Kamerahersteller noch zumindest Sonderserien der so genannten Kriegs-Tengor 54/2 und der Tengoflex bis 1944 ausliefern.

1945 wurden die Werke in Dresden und Berlin (sog. Goerzwerke) zerstört und teilweise demontiert (vergleiche [2] (http://www.luise-berlin.de/Bms/bmstxt99/9905prog.htm)). Nach dem Zweiten Weltkrieg ging Zeiss Ikon teilweise auf im Unternehmen Pentacon, Dresden, die mit den Kamera-Werkstätten Guthe & Thorsch aus Niedersedlitz zusammengelegt wurden (vergleiche [3] (http://www.uni-mainz.de/~otto/Praktica/Praktika_Stamm.html)).

Hergestellt wurden in der Nachkriegszeit unter anderem Sicherheitsschlösser und Kameras; Mittelformat- beziehungsweise Boxkameras im Format 6x6 cm wurden allerdings nur noch von 1951 bis 1956 hergestellt; das letzte Modell dieser Art von Zeiss Ikon war die Turbo-Tengor 56/2.

1948 wurde der ostdeutsche Unternehmensteil enteignet und in einen Staatsbetrieb mit Sitz in Dresden umgewandelt (ab 1953 VEB Mechanik Zeiss Ikon, ab 1955 VEB Zeiss Ikon; vergleiche [4] (http://www.praktica-collector.de/Pentacon.htm)), während der westdeutsche Firmenteil unter der Bezeichnung Zeiss Ikon AG firmierte und seinen Sitz nach Stuttgart verlagerte.

1949 stellte der ostdeutsche Unternehmensteil in Dresden die weltweit erste Kamera mit Reflex-Prisma und nicht spiegelverkehrtem Sucherbild vor (Contax S). Der westdeutsche Zweig gründete 1950 ein Werk in Kiel und begann mit dem Wiederaufbau der Produktionsstätte in Berlin-Zehlendorf als Zweigstätte; als neuer Unternehmenszweig wurde die Tochterfirma Zeiss IKON Büromaschinen GmbH gegründet. 1958 erfolgte eine weitere Umbenennung des ostdeutschen Unternehmens zum VEB Kamera- und Kinowerke Dresden.

1956 wurde Zeiss Ikon mit Voigtländer in der Carl Zeiss Stiftung zusammengefasst, ein weiteres Werk in Schelklingen gegründet und das Zett-Geräte-Werk, Braunschweig, übernommen.

Die Objektivproduktion wurde 1970 nach Braunschweig verlagert, die Kameraproduktion verblieb in Stuttgart; das Werk in Stuttgart wurde 1972 geschlossen und die Produktion von fotografischen Geräten vollständig eingestellt.

Zeiss produzierte später auch in Jena und Oberkochen. Nachfolgebetriebe des ehemaligen Dresdner Kombinats VEB Pentacon beziehungsweise der Pentacon GmbH produzieren heute wieder, Spezialkameras zum Messen, und Digitalkameras besonders für den chinesischen Markt. Zu den Nachfolgebetrieben gehören die Kamerawerk Dresden GmbH durch Rückübertragung an die Firma Noble und die Pentacon GmbH, die nach Insolvenz übernommen und weitergeführt wurde von Schneider/Kreuznach.

In Jena und Oberkochen produzieren ganz unabhängig davon Jenoptik und Zeiss Germany.

In Großbritannien gibt es die Praktica (GB) Ltd.

Im Berliner Ernst-Thälmann-Park im Bezirk Prenzlauer Berg wurde 1987 ein Großplanetarium eröffnet, das zu großen Teilen vom VEB Carl Zeiss Jena entwickelt wurde (Cosmorama).

1989 wurde die Zeiss IKON AG von dem finnischen Unternehmen Abloy OY übernommen; seitdem firmiert der Hersteller unter der bezeichnung IKON. Heute gehört das Unternehmen zum finnisch-schwedischen Assa-Abloy-Konzern.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Offizielle Unternehmensdarstellung:

Modellreiehen und einzelne Kameramodelle:



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